Abschied von ‚Goldbolle‘


Heute hat uns Birka, unsere „Goldbolle“, im Alter von 28 Jahren verlassen. Sie ist jetzt wieder vereint mit ihrer besten Freundin Bella und Meggie, wie früher auf dem Schlickhof. Mit diesen drei bin ich seinerzeit in Warthausen eingezogen … ein tolles Trio: Bella war mein Hafi, Birka war der Hafi meines Sohnes Micha und Meggie das Pony meiner Tochter Dany. Und jeder der drei war bis zum Schluss bei seiner Bezugsperson und ist in den Armen seines Menschen eingeschlafen. Birka kam als erste des Trios zu uns – nun ist sie als letzte gegangen.

Im April 1997 kam sie gerade mal 4jährig (geboren am 29.3.93) unausgebildet in unseren Stall und hat uns 24 Jahre begleitet. Ich kaufte sie damals eigentlich für mich, da meine Stute Grandessa bei der Geburt Ihres Fohlens gestorben war und ich nach der ersten Trauer nicht weiter ohne Pferd sein wollte. Mein Wunsch war, dass das neue Pferd sich so weit wie möglich von meiner verstorbenen Hannoveraner Stute unterschied, damit kein Vergleich das Verhältnis zu dem neuen Pferd belasten konnte. So kam ich zu einem Haflinger.

Ich fuhr eigentlich auf den Hof des Haflinger-Züchters im Raum Dillingen, um mir eine andere Stute anzuschauen – eine erfahrene achtjährige Stute, die im Grunde genau meiner Vorstellung entsprach. Sie war sicher ein gutes Pferd, aber der Funke wollte nicht überspringen … zumal mir eine Jungstute die ganze Zeit, die wir in dem Auslauf der Pferde verbrachten, hinterherlief. Es war Liebe auf den ersten Blick, auch wenn ich sie weder probereiten konnte – sie war ja noch nicht eingeritten – noch mir sicher sein konnte, mit einem so jungen Pferd zurechtzukommen. Das war dann aber auch gar nicht notwendig, da mein damals 12jähriger Sohn sein Herz an Birka verlor und ich mir dann ein halbes Jahr später meine Bella holte, die mich leider auch im vergangenen November nach 23 gemeinsamen Jahren verließ.


Micha und Birka, das war eine ganz große Liebe, die bis zu Birkas Ende – und vermutlich auch darüber hinaus – Bestand hat. Am Anfang sah es erst so aus, als lägen die beiden im Wettstreit, wer den härtesten Dickschädel hat. Sie war Weltmeister im Haken schlagen und hat bei jeder Sattelprobe selbst Profis in den Sand gesetzt. Und Micha meinte ab und zu, Sättel würden überbewertet und ritt ohne denselben ins Gelände – kam dann aber nicht selten kurze Zeit später wutentbrannt und mit Grasflecken auf der Hose zurück, sattelte sie und ritt ohne ein Wort zu verlieren erneut los … aber irgendwann hatten sie sich zusammengerauft und vertrauten einander blind. Als Micha älter wurde und zu meiner Missbilligung das Rauchen anfing, da stellte er sie oft nach der Hälfte des Reittrainings in der Mitte der Reitbahn ab, ließ die Zügel hängen und ging eine rauchen – sie bewegte sich keinen Millimeter, bis er wieder kam und weiter ritt. Sie war sehr sensibel und reagierte auf die feinsten Hilfen.

Bella und Birka
Bella und Birka

 

Heute ist Birka in seinen Armen eingeschlafen. Er hatte sie Zeit seines Lebens bei sich …. Überall, wohin es ihn zog, Birka war dabei! Drei Fohlen hat sie ihm (zwei Hengstle und ein Stütle) und eines  (1 Stütle) hat sie mir geschenkt und ihre jüngste Tochter Beverly (geboren 2018) wird nun ihren Platz einnehmen. R.I.P. geliebte Birka … Du unvergleichliches Charakterpferd … Du wunderschöne Hauptstutbuch-Haflingerstute … Du warst eine super Mama und der beste Kamerad für meinen Sohn … grüß mir meine Bella und unsere Meggie jenseits der Regenbogenbrücke …

Micha mit Birkas jüngster Tochter Beverly
Micha mit Birkas jüngster Tochter Beverly